"Krampfaderleiden"

Krampfadern (Varizen) sind sackartig erweiterte, geschlängelt verlaufende, oberflächliche Venen der Beine. Die Ursachen für die Entstehung sind sehr vielfältig. Begünstigende Faktoren sind u.a. familiäre Vorbelastung, stehende Tätigkeiten, Übergewicht und Schwangerschaften. Insgesamt sind Frauen durch den Einfluss von Hormonen (Progesteroneffekt) stärker betroffen.

Je nach Schwere und Krankheitsdauer können folgende Komplikationen auftreten: Hautveränderungen am Unterschenkel wie Ekzeme, Einlagerung von Wasser im Gewebe (Ödem), Braunverfärbung des Unterschenkels (Pigmentierung) und Verhärtungen (Indurationen), Geschwüre („offene Beine“), schmerzhafte Entzündungsreaktionen der Krampfadervenen, Krampfaderblutungen und Beinvenenthrombosen.

In Zusammenarbeit mit unseren ambulanten Partnern im Rahmen des zertifizierten Gefäßzentrums bieten wir eine komplexe Behandlung der Krampfadererkrankung an. Neben den fast ausschließlich ambulant durchgeführten Behandlungen der unkomplizierten Varikosis liegt unser Hauptaugenmerk auf den schwereren und dann häufig stationär zu versorgenden Verlaufsfällen.

In Anfangsstadien der Erkrankung, zur Vorbeugung von Spätfolgen und bei Bedenken gegen eine Operation z.B. bei ausgeprägten Nebenerkrankungen kann eine konservative Therapie durch das Tragen von Kompressionstrümpfen eingeleitet werden.

Fortgeschrittene Krampfaderleiden werden bei uns durch Varizenstripping (Krampfaderziehen) behandelt. Hierzu wird die zur Krampfader veränderte Vene durch kleine Schnitte aufgesucht, mittels einer Sonde aufgefädelt und dann in ganzer Länge herausgezogen und entfernt.

Voraussetzung für diesen Eingriff ist ein intaktes tiefes Venensystem, welches vor der Operation durch Farbultraschall (farbcodierte Duplexsonographieuntersuchung) oder durch eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel (Phlebographie) abgeklärt wird.

Bei bereits vorliegenden Spätfolgen des Krampfaderleidens mit sekundären Hautveränderungen und chronischen Geschwüren sind mitunter auch aufwendigere Verfahren bis hin zur plastischen Deckung des Defektes mit Eigenhaut erforderlich.