Chirurgische Endoskopie und Funktionsdiagnostik
Interdisziplinäre Viszeralmedizin
Die endoskopische Diagnostik und Therapie durch Chirurgen hat am Klinikum eine über 25-jährige Tradition. Sie ist ein integraler Bestandteil der Weiterbildung zum Viszeralchirurgen und dient der präoperativen Abklärung, der postoperativen Kontrolle sowie der unmittelbaren Therapie chirurgischer Patienten und deren Krankheitsbilder.
Die Chirurgische Endoskopie arbeitet in enger Abstimmung und Unterstützung mit den Kolleginnen und Kollegen der Klinik für Gastroenterologie:
- ständige Erreichbarkeit eines Chirurgen oder Gastroenterologen
- gemeinsame interdisziplinäre Falldiskussionen
- abgestimmte diagnostische und therapeutische Algorithmen
Damit wird eine moderne, fachübergreifende Viszeralmedizin gewährleistet.
Diagnostisches Spektrum
Mit Ausnahme der ERCP bietet die Chirurgische Endoskopie die modernen Verfahren des oberen und unteren Gastrointestinaltraktes:
- Ösophago-Gastro-Duodenoskopie (ÖGD)
- Ileo-Koloskopie
- Rektoskopie
- Proktoskopie
- Endosonographie des Rektums
Alle diagnostischen Leistungen stehen auch ambulant auf Überweisung bzw. Einweisung zur Verfügung.
Therapeutisches Spektrum
Es werden zahlreiche etablierte endoskopisch-therapeutische Maßnahmen durchgeführt, unter anderem:
- Bougierung und Ballondilatation
- Stenteinlage
- Argon-Plasma-Koagulation (APC)
- Polypektomie (EMR, ESD, FTRD)
- Fremdkörperentfernung
- PEG-Anlage
- Blutstillung (Unterspritzung, OTSC Clips)
Das Spektrum wird durch minimal-invasive, endoskopisch unterstützte Operationen und Resektionen ergänzt:
- endoskopisch kontrollierte Magenwandresektion (Wedge-Resektion)
- transanale endoskopische Mikrochirurgie (TEM)
- laparoskopisch-endoskopische Rendezvous-Verfahren
Diese Techniken verbinden die Vorteile der Endoskopie mit denen der minimal-invasiven Chirurgie und ermöglichen organerhaltende, präzise Eingriffe.
Sedierung
Die ambulanten wie stationären endoskopischen Untersuchungen werden überwiegend unter Sedierung durchgeführt, d.h. Sie bekommen eine Injektion (Spritze in die Vene), durch die Sie die Untersuchung komplett „verschlafen“.
Wenn Sie es wünschen, verzichten wir gerne auf die Sedierung. Allerdings ist für manche Untersuchungen oder therapeutische Maßnahmen eine Sedierung dringend anzuraten. Wir beraten Sie diesbezüglich gerne.
Die Sedierung wird von unseren Ärzten nach den Leitlinien der Sektion Endoskopie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten durchgeführt. Es werden während der Untersuchung Puls und Sauerstoffsättigung überwacht. Eine kurze Nachbeobachtung unter ärztlicher und pflegerischer Aufsicht ist gewährleistet.
Wird die Untersuchung ambulant durchgeführt, müssen sie nach Verabreichung einer Sedierung überwacht werden. Wegen der Nachwirkungen dürfen Sie frühestens wieder nach 24 Stunden aktiv am Straßenverkehr teilnehmen, an laufenden Maschinen arbeiten oder Alkohol trinken. Sie sollten in dieser Zeit auch keine wichtigen Entscheidungen treffen. Bitte verlassen Sie die Endoskopieabteilung nur mit einer Begleitperson, die Sie auch in den nachfolgenden Stunden beobachten kann.
Kontakt
Allgemein- und Viszeralchirurgie
Frau Beate Severin
Chefsekretärin der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie
