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Wissenswertes für unsere Patientinnen und Patienten

Früherkennung

In vielen Fällen führt eine frühzeitige Erkennung einer Krebserkrankung zu verbesserten Heilungschancen bei gleichzeitig schonender Therapie. Beim Brustkrebs erlaubt eine frühe Erkennung von noch kleinen Tumoren fast immer ein brusterhaltendes Vorgehen. Daneben können anhand von Gewebeproben kleinster Frühkarzinome  bereits Festlegungen für eine zielgerichtete Behandlung getroffen werden, was wenig Nebenwirkungen bei bestem therapeutischen Nutzen bedeutet: so kann nicht nur das Wiedererkrankungsrisiko minimiert, sondern – bei möglichst erhaltener Lebensqualität – auch ein gesundes Überleben mit einer normalen Lebenserwartung erreicht werden.

Mammografie-Screening

Alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren haben alle zwei Jahre Anspruch auf eine kostenlose Mammografie.
Das Mammografie-Screening in unserer Region wird zentral organisiert und ausschließlich durch die Mammografie-Screening-Einheiten durchgeführt. Diese sind Kooperationspartner der Brustzentren, Fallbesprechungen zur Therapieplanung finden wöchentlich unter Teilnahme der Operateure (Chefarzt PD Dr. med. H. Eggemann, OÄ Dr. med. B. Morenz) statt.

Selbstuntersuchung

Die richtige Selbstuntersuchung kann erlernt werden, sie kann eine medizinische Untersuchung mit bildgebenden Verfahren nicht ersetzen. Selbst ertastete Veränderungen der Brust sollten schnellstmöglich medizinisch abgeklärt werden.

Familiärer Brust- und Eierstockkrebs

Brustkrebs ist die häufigste bösartige Tumorerkrankung bei Frauen. Etwa jede 8. Bis 10. Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Eine familiäre, erbliche Form wird nur bei 5-10 Prozent aller Brustkrebsfälle festgestellt. Hinweise darauf sind ein frühes Erkrankungsalter oder doppelseitiges Auftreten, aber auch das Auftreten von Brust- oder Eierstockkrebs bei mehreren Angehörigen entweder in der mütterlichen oder väterlichen Familie sowie bestimmte Tumoreigenschaften. Im Gespräch mit Ihnen erfragen wir diese Kriterien und empfehlen dann ggf. die weiterführende humangenetische Beratung und Diagnostik.


Diagnostik

Die Brustdiagnostik umfasst die Tastuntersuchung und bildgebende Verfahren sowie minimal-invasive Verfahren zur feingeweblichen Sicherung unklarer Befunde.

Mammografie

Mithilfe der Röntgenuntersuchung können Knoten in der Brust festgestellt und größtenteils abgeklärt werden. Eine Zweitbefundung gibt zusätzliche Sicherheit.

Ultraschall

Die Ultraschalluntersuchung oder auch Sonografie ist ein ergänzendes Untersuchungsverfahren zur Mammografie. Erkannte Veränderungen werden immer sonografisch nachuntersucht, denn mit der Sonografie können zum Beispiel gutartige Zysten erkannt werden.

Gewebeentnahme

Wurden mit der Mammografie, dem Ultraschall oder im MRT Veränderungen der Brust diagnostiziert und konnte die Gutartigkeit nicht einwandfrei festgestellt werden, so kann eine Gewebeprobe Aufschluss über die Gut- oder Bösartigkeit eines Tumors geben.

Computertomografie

Das computergestützte Röntgenverfahren liefert Gewebebilder im Schichtverfahren, um zu diagnostizieren, ob und inwieweit innere Organe oder Knochen infolge von Tumorabsiedlungen mit erkrankt sind.

MRT der Brust

Das strahlenfreie Verfahren arbeitet mit einem Magnetfeld und wird nur nach vorheriger Mammografie und Sonografie eingesetzt. Es liefert zum Teil Erkenntnisse über das Vorliegen mehrerer Tumorherde und verborgener Absiedlungen.

Skelettszintigrafie

Die Skelett- oder Knochenszintigrafie ist ein nuklearmedizinisches, bildgebendes Verfahren zum Nachweis von Knochenmetastasen.


Tumorkonferenz

In einer gemeinsamen wöchentlichen Tumorkonferenz werden die diagnostischen Befunde ausgewertet und individuelle Behandlungspläne erstellt. Die Konferenz ist interdisziplinär mit Fachmedizinern aus den Fachabteilungen  Gynäkologie, internistischer Onkologie, Radiologie, Strahlentherapie und Pathologie besetzt, so dass alle Aspekte der Erkrankung im Therapiekonzept jeder einzelnen Patientin berücksichtigt werden. Diese Zusammenarbeit gewährleistet eine hohe Behandlungsqualität.

Bei der Zusammenstellung der konkreten therapeutischen Maßnahmen ist neben der Bekämpfung der Krankheit die Erhaltung der Lebensqualität wichtig. Daher wird neben den Klassifikationen des Tumors auch die körperliche, psychosoziale und emotionale Situation der Patientin berücksichtigt. Die Breast care nurse und die Psychoonkologen des Hauses sind ebenfalls anwesend.

Mithilfe möglichst zielgerichteter Therapieformen ist es häufig möglich, die Belastung der Patientin zu begrenzen. Es gibt also keine "Standardtherapie". Auf Basis aller verschiedenen Faktoren wird unter Berücksichtigung der aktuellsten Leitlinien sowie der Erkenntnisse aus neuesten Studien die Therapie individuell an die Krankheit und an die jeweilige Patientin angepasst. 


Therapie

Operative Therapie

Bei der Therapie von Brustkrebserkrankungen sind operative Eingriffe in der Regel unumgänglich. Ziel ist die möglichst vollständige Entfernung der Krebszellen und die Verhinderung der Ausbreitung (Metastasierung) und des Wiederauftreten des Tumors (Rezidiv).

  • Brusterhaltende Operationen
    Die Brusterhaltende Operation ist bei den überwiegenden Anteil der Patientinnen möglich. Hierbei wird der Tumor mit einem Sicherheitssaum schonend vom gesunden Gewebe entfernt. Die Schnittführung erfolgt individuell, wobei onkologische und ästhetische Aspekte berücksichtigt werden.

    Was spricht gegen eine brusterhaltende Therapie?

    - Es handelt sich um ein inflammatorisches Mammakarzinom. Dies ist eine seltene in Regle aggressive Form es Brustkrebs, wobei die Haut der Brust mitbetroffen ist.
    - Eine Nachbestrahlung ist nicht möglich oder nicht gewünscht.
    - Der Tumor ist zu groß um eine brusterhaltende Operationsmethoden anwenden zu können.
    - Spricht die Tumorbiologie für die Anwendung einer Chemotherapie kann man größere Tumore
  • Wächterlymphknoten-Operationen
    Die Entfernung des Wächterlymphknotens ist die Standardmethode zur Abklärung der axillären Lymphknoten bei einer Brustkrebserkrankung, wenn diese in der klinischen Untersuchung und im Ultraschall unauffällig sind.
  • Entfernung der axillären Lymphknoten (Axilladissektion)
    Die Entfernung der axillären Lymphknoten muss erwogen werden, wenn ein tumoröser Befall der axillären Lymphknoten vorliegt. In welchen Situationen das zu erfolgen hat, muss mit der Betroffenen im Einzelnen besprochen werden.
  • Entfernung der Brust
    Die Entfernung der Brust ist leider immer noch bei ca. ¼ der Patientinnen erforderlich. Auch in dieser Situation gibt es eine Vielzahl von Operationstechniken, um eine Rekonstruktion mit guten ästhetischen Ergebnis zu ermöglichen.
    Ist ein Wiederaufbau gewünscht, kann das bereits im Vorfeld mit dem Arzt besprochen werden.
  • Brustrekonstruktion mit Fremd- und Eigengewebe

Strahlentherapie

Die Strahlentherapie im Anschluss an die Operation dient der Sicherheit der Patientin. Sie senkt die Wahrscheinlichkeit des erneuten Auftretens von Tumoren.

Systemische Therapie

Brustkrebs wird häufig als systemische Erkrankung beschrieben. Daher sind auch schon bei kleinen, frühen Tumoren auf den gesamten Körper wirkende Therapien wie Bestrahlungen, die Chemotherapie oder die Antihormontherapie wichtig, um das Wiederauftreten des Brustkrebses zu verhindern.

Neoadjuvante Therapie (systemische Therapie vor der Chemotherapie)
Eine besondere Bedeutung kommt der Tumorbehandlung vor der Operation mit der antihormonellen, Chemo- und/oder Antikörpertherapie zu. Ziel ist die Verkleinerung des Tumors oder ihn sogar ganz zu beseitigen sowie die Beurteilung des Therapieansprechens.

Chemotherapie
Die Chemotherapie wirkt auf den gesamten Organismus, um nach der Operation möglicherweise verbliebene Tumorzellen abzutöten.

Antihormonelle Therapie
Hormonell beeinflusste Krebszellen weisen vermehrt Rezeptoren für Hormone auf. Die Therapie setzt direkt an der Ursache für die unkontrollierte Zellteilung an. Die „Gegen“-Hormontherapie gilt daher als eine der effektivsten und nebenwirkungsärmsten Therapien bei Brustkrebs.

Antikörper- oder Immuntherapie
Die Antikörper- oder Immuntherapie basiert auf dem überproportional häufigen Nachweis des HER2/neu-Rezeptors auf der Tumoroberfläche. Der Nachweis dieses Wachstumsrezeptors steht einerseits für einen aggressiven Krankheitsverlauf, ist aber andererseits Voraussetzung für eine sehr zielgerichtete Therapie mit den Antikörpern Trastuzumab und Pertuzumab. Eine weitere neue effektive Therapieform ist ein Kombinationspräparat aus Antikörper- und Chemotherapie.
Neben der Antikörpertherapie mit Trastuzumab und Pertuzumab gibt es weitere moderne Therapien, die sehr zielgerichtet wirken und belastende Nebenwirkungen reduzieren. Bereits heute profitieren Patientinnen an unserem Klinikum von neuen Medikamenten im Rahmen von klinischen Studien oder bei metastasierendem Brustkrebs.


Nachsorge

Ziel der Nachsorge ist es, ein mögliches Wiederauftreten des Tumors (Rezidiv) frühzeitig zu erkennen, damit er bestmöglich behandelt werden kann. Das individuell auf die Patientin zugeschnittene Konzept zur Nachsorge wird mit dem niedergelassenen Frauenarzt besprochen und umgesetzt.


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