Anerkennung erfolgreich abgeschlossen: Shagun ist Pflegekraft im Klinikum Magdeburg
Aus Indien nach Sachsen-Anhalt
21.07.2026

Shagun Parmar ist 31 Jahre alt, hat vier Jahre lang in Nordindien studiert, dann als Praxisanleiterin gearbeitet. Bald folgten zwei Jahre Masterstudium im Bereich Geburtshilfe und Gynäkologie und anderthalb Jahre Arbeit an einer Universität, an der sie auch unterrichtete. „Dann kam Covid“, erinnert sich Shagun. „Ich hatte Homeoffice und den Online-Unterricht dann irgendwann satt. Und wer wusste schon, ob sich das nicht dauerhaft durchsetzen würde?“ Ihr wurde klar: Es musste eine neue Herausforderung her. Ihr Vater hatte dann vorgeschlagen, dass sie zu ihm nach Deutschland kommen solle – und so reiste sie bald darauf als Pflegekraft in Anerkennung nach Sachsen-Anhalt.
Schon in ihrer Heimat hat sie intensiv Deutsch gelernt, oft mehrere Stunden pro Tag. Trotzdem sei der Anfang sehr schwer gewesen. „An meinem ersten Tag dachte ich: Das ist ja eine ganz andere Sprache als die, die ich gelernt habe“, sagt sie und meint damit den Magdeburger Dialekt. „Darauf war ich nicht vorbereitet. Auch die Umgangssprache hat mich vor große Herausforderungen gestellt. Ich dachte erstmal, das schaffe ich nicht.“ Ihr Vater, der bereits seit zehn jähren in Deutschland lebt, sei da aber anderer Meinung gewesen. „Er meinte, wenn er die Sprache sogar ohne Schule habe lernen können, könne ich das erstrecht.“ Und er behielt recht.
Auch fachlich hat sie es geschafft – und zwar mit Bravour: Shagun hat ihre Anerkennung gemeistert und gilt als selbstständige, hilfsbereite Kollegin, die sich in ihrem Team auf der Station B2.1 sehr wohl fühlt. „Ich lerne jetzt auch böse Wörter“, sagt sie lachend. Sie möchte nämlich unbedingt auch auf Deutsch schlagfertiger werden. „Es gibt natürlich auch anstrengende Tage, aber die Kollegen sagen dann, wir schaffen das. Auch deshalb stehe ich morgens sehr gerne auf.“
Mittlerweile habe sie sich so gut eingelebt, dass sie auf Heimaturlaub in Indien vor allem eine Sache vermisse: deutsches Brot. Etwas kurios sei für sie aber noch immer die Work-Life-Balance: Das habe es in ihrer Heimat nicht gegeben. Dort hat Shagun offiziell von 9 bis 15 Uhr in der Uni gearbeitet, ging in der Realität aber trotzdem meist erst um 22 Uhr schlafen – denn der Chef könnte ja anrufen. „Wenn hier im Klinikum Feierabend ist, dann ist wirklich Feierabend und daran wird sich gehalten“, so die 31-Jährige.
Kaum hat sie ihre Anerkennung gemeistert, schon überlegt sie, was die nächste Herausforderung sein könnte. Vielleicht sogar ein weiteres Studium? „Ich frage mich momentan noch, ob mein Deutsch schon gut genug ist fürs Studieren. Aber vielleicht gehe ich das irgendwann in der Zukunft an“, so Shagun.
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