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„Das Team kennt mich und ich kenne das Team“

Dr. Majed Daher ist neuer Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie

08.09.2026

Sein Büro ist noch auffallend leer, auch sein Schreibtisch – bis auf ein paar Mini-Figuren von „Paw Patrol“, die bereits ihren Platz gefunden haben. „Meine Kinder haben mir gesagt, die soll ich auf meinen Schreibtisch stellen“, sagt der zweifache Vater, dem dieses Büro seit dem 1. Juli 2026 gehört. „Ich hatte noch nicht wirklich Zeit, es einzurichten, da ich irgendwie ständig im OP bin.“ Dabei ist dem Mann dieser Raum gar nicht so fremd, denn viele Jahre hat sein ehemaliger Chef hier gesessen. Nun hat Dr. Majed Daher am Schreibtisch Platz genommen. Er ist der neue Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie im Klinikum Magdeburg. Eine hausinterne Nachfolge.

„Ich finde es optimal, denn das Team kennt mich und ich kenne das Team. Auch die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen, die uns ihre Patienten anvertrauen, wissen, dass wir weiterhin die gute Qualität liefern, die sie gewohnt sind“, sagt Dr. Daher. Auffällig ist die ruhige Art, mit der er alles das erzählt. Der 50-Jährige lässt einen spüren, dass Kontinuität und Vertrauen nicht einfach so daher gesagt sind. – Er lebt das.

„da Vinci“-Roboter-Operationen mit ausgezeichnetem Ruf

Seine Ausbildung hat Dr. Daher in Wien und anschließend ab 2004 an der Uniklinik Magdeburg gemacht und dort auch zunächst gearbeitet. Dann traf er eines Tages Dr. Hein – und wie eben sein Vorgänger so war: Relativ pragmatisch und unprätentiös kamen sie überein, dass er doch ans Klinikum Magdeburg wechseln könne. Das war 2010. „Ich glaube, er hat es nicht bereut“, sagt Dr. Daher mit einem Lächeln. Schnell wurde er damals leitender Oberarzt und damit Stellvertreter seines Chefs. Die beiden haben die Abteilung aufgebaut und Innovationen (vor allem in der „da Vinci“-Operation) eingeführt, die über die Region hinaus einen ausgezeichneten Ruf haben. Und das so vertrauensvoll und eng, dass Dr. Hein nun – in zeitlich reduziertem Umfang – unter Dr. Daher Oberarzt bleibt.

„Ich trage jetzt mehr Verantwortung. Das ist es, was ich aber auch immer wollte.“

Mit dem Wechsel an der Spitze gab es dann aber doch noch mal „einen Ruck im Team“, wie Dr. Daher es nennt. In jedem Anfang wohnt dann wohl doch ein Aufbruch inne. Assistenz- und Fachärzte seien mit Ideen auf ihn zugekommen, was man noch in der Klinik optimieren könne. Z. B. dass man die Weiterbildung anders organisieren könnte. „Für mich ist das ein Signal, dass sich die Kolleginnen und Kollegen sehr mit unserer Abteilung identifizieren. Was will man mehr als Chef“, sagt Dr. Daher. „Ich merke, dass mich meine Kolleginnen und Kollegen nun anders wahrnehmen, ich trage jetzt mehr Verantwortung. Das ist es, was ich aber auch immer wollte.“

In Beirut geboren, in Wien gelebt – und nun in Magdeburg

Denn natürlich hatte jemand vom Format eines Dr. Daher zahlreiche andere Angebote auf Chefpositionen gehabt. Von anderen Kliniken, auch großen Praxen in Berlin. Und für jemanden, der in Beirut geboren wurde und dann eine Zeit in Wien gelebt hat, ist der logische Weg eigentlich eine Hauptstadt – oder? „Ich fühle mich in Magdeburg sehr wohl, meine Kinder haben hier ihre vertraute Umgebung und ich mag das Haus und das Team“, sagt Dr. Daher. Auch ist seine Frau selber Ärztin und hat eine Privatpraxis in Magdeburg. Zudem habe er sich ungemein gewertschätzt und willkommen gefühlt, als ihn jetzt so viele aus dem Klinikum zur Chefarzt-Position beglückwünscht haben.

Neue Geräte und Erweiterungen sind geplant

Die Entwicklung der Klinik wird Dr. Daher mit der gleichen Energie weitertreiben wie davor auch. „Hr. Lamp als Geschäftsführer hat immer ein offenes Ohr für uns und unterstützt uns, wo er nur kann“, lobt Dr. Daher. So ist in Aussicht gestellt, ein neuartiges Ultraschall-Gerät anzuschaffen, mit dem Prostata-Untersuchungen nicht mehr rektal, sondern von außen durch die Haut möglich sein werden. Auch soll ein Ultraschall angeschafft werden, mit dem während der OP im Körper die Tumoren noch besser gefunden werden können. „Die Herausforderung wird es sein, fürsorglich gegenüber dem Patienten zu sein, beste OP-Ergebnisse zu liefern und dabei auch die Kosten im Blick zu behalten“, fasst es Dr. Daher zusammen. Teil der Weiterentwicklung ist dabei das neue Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) als Praxis in Burg. „Für den Standort haben wir uns sehr bewusst entschieden, weil es dort eine Unterversorgung gibt.“

Ambulantisierung wird die Urologie weiter verändern

Gerade die Urologie, sagt er, sei enorm von den Veränderungen im Gesundheitswesen betroffen – Stichwort: Ambulantisierung. „Immer mehr Eingriffe können wir nicht mehr stationär erbringen, sondern nur noch ambulant abrechnen, so dass wir unsere Prozesse in der Klinik entsprechend neu ausrichten müssen“, erklärt Dr. Daher. In diesem Zusammenhang lobt er sein Team, dass diesen Weg der Ambulantisierung gut mitgeht. „Ich hätte mich sicherlich anders entschieden, wenn ich nicht gewusst hätte, welch exzellente Kolleginnen und Kollegen ich hier im Klinikum habe“, sagt Dr. Daher.

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