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Klinikum Magdeburg startet Projekt „Vielfalt unserer Sprache“ – auch für eigene Mitarbeiter

Wörterbuch für Umgangssprache

23.07.2025

„Essen“, „mampfen“ oder doch „schnabulieren“? Wer Deutsch nicht als Muttersprache spricht, den stellt insbesondere die Umgangssprache vor große Herausforderungen. Genau aus diesem Grund werden auf den Stationen im Klinikum Magdeburg nun Synonyme gesammelt. Alle drei bis vier Wochen soll der Begriff wechseln. Das Ziel: Den internationalen Fachkräften, aber auch den eigenen Mitarbeitern vor Augen zu führen, wie vielfältig unsere Sprache ist – und wie komplex es ist, diese zu erlernen.

Wenn ein Unternehmen Fachkräfte aus anderen Nationen anstellt, kommt es besonders in der Anfangszeit zu gelegentlichen Missverständnissen. Zwar muss das Sprachniveau B2 verpflichtend vor Arbeitsantritt nachgewiesen werden – heißt: Man muss komplexe Texte verstehen und sich fließend ausdrücken können. Aber selten wird dabei bedacht, dass sich diese Anforderung auf Hochdeutsch, nicht auf die Umgangssprache und schon gar nicht auf regionale Besonderheiten bezieht.

„Manchmal muss man sich da wohl auch an die eigene Nase fassen“, sagt Andrea Boek, Integrationsmanagerin im Klinikum Magdeburg. „Die internationalen Kollegen verstehen sicherlich, wenn man ihnen sagt, dass man mit ihnen reden will. Wenn man statt reden aber quatschen, plaudern oder quasseln benutzt, macht man es unbewusst für die schon komplizierter.“ Die Idee für das Projekt kam Boek während eines Symposiums von dem Bildungszentrum für Gesundheitsberufe (BZG): Dort hatte eine Mitarbeiterin des BZG den Vorschlag, dass man Methoden entwickeln sollte, um das Problem sichtbarer zu machen. „Das fand ich nur logisch und so entstand dann die Initiative“, so Boek.  

Ab sofort hängen auf den Stationen die Plakate mit Begriffen wie z.B. „reden“. Um den Begriff herum ist jeweils reichlich Platz, damit Mitarbeiter selbst Synonyme hinzufügen können. Die Plakate werden dann nach einigen Wochen eingesammelt und gegen neue ausgetauscht. „So werden wir nach einer Weile eine umfangreiche Begriffsammlung haben, an der alle mitarbeiten. Im besten Fall wird das dann wie ein kleines zusätzliches Wörterbuch sein, das die internationalen Kollegen zur Rate ziehen können“, erklärt Boek. „Ich habe die Hoffnung, dass das auch unsere bestehenden Mitarbeiter sensibilisiert –ausdrücklich aber nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern mit einem kleinen Schmunzeln.“

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