Lehren aus der Amokfahrt: Rettungskräfte wollen künftig online sekündlich aktualisiert Lagebild per Modul
Als Vorbereitung für etwaige Massenanfälle von Verletzten
28.07.2025

Die Amokfahrt von Magdeburg wirkt auch noch Monate nach dem schrecklichen Vorfall nach: Jetzt haben sich zwei Kliniken der Stadt Magdeburg (Klinikum Magdeburg, Uniklinik Magdeburg) gemeinsam mit der Stadt Magdeburg (Amt 37) Gedanken gemacht, was bei künftigen Ereignissen dieser Art im Rettungsablauf noch optimiert werden kann. „Wir wollen z.B. in Magdeburg ein Modul aktivieren, das online sekündlich aktualisiert die noch freien Betten-Kapazitäten anzeigt und auch kenntlich macht, wie viele Verletzte noch auf dem Weg in eine Klinik sind“, erklärt Prof. Dr. Martin Sauer, Chefarzt der Klinik für Intensiv- und Rettungsmedizin des Klinikums Magdeburg. Weiterhin ist die Einrichtung einer Dauervideokonferenz zwischen der Leitstelle Magdeburg und den Kliniken der Stadt bei einem Großschadensereignis verabredet worden.
Eigentlich gebe es für die Steuerung der Verteilung von Patienten ja eine Leitstelle. Die könne aber schnell bei so einem Großereignis an ihre Belastungsgrenzen kommen. Deshalb sei es notwendig, sowohl die Krankenhäuser in Magdeburg als auch den Rettungsdienst an ein digitales System anzubinden, das unabhängig von der Belastung in einer Leitstelle verlässlich Daten liefert. Möglich macht dies ein Modul, das extra für „Massenanfälle von Verletzten“ (MANV) entwickelt wurde und mit dem zusätzlich per App Verletzte bereits am Tatort erfasst werden können.
„Mit so einem System haben wir dann die Möglichkeit, noch mehr Patienten noch schneller zu versorgen. Das kann je nach MANV lebensentscheidend sein“, erklärt Prof. Sauer. „Stellen Sie sich vor, die marode Brücke am Damaschkeplatz wäre im Berufsverkehr eingestürzt und Autos sowie Fußgänger wären betroffen gewesen. Was ich damit sagen will: Es muss nicht immer ein Attentat oder Ähnliches sein, was unser Rettungssystem in Magdeburg plötzlich vor eine große Bewährungsprobe stellt.“
Dazu auch beim MDR erschienen
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