Lipödem: Entfernung von Fettgewebe mittels Wasserstrahl
Besonders schonender Eingriff
11.05.2026

Im Klinikum Magdeburg kommt bei Liposuktion (Fettabsaugung) eine besonders sanfte Methode zum Einsatz – mittels Wasserstrahl. „Im Unterschied zu herkömmlichen Verfahren hat die sogenannte Wasserstrahl-assistierte Liposuktion deutlich weniger Nebenwirkungen“, sagt Dr. Bchar Ibrahim, Chefarzt der Klinik für Plastische, Ästhetische und Handchirurgie im Klinikum Magdeburg.
Für den Eingriff wird ein etwa nur 0,5 Zentimeter großer Zugang gelegt, durch den dann Wasser gespritzt wird. „Wir arbeiten ganz ohne Chemie, das ist ein rein mechanischer Wasserstrahl. Das Fettgewebe wird mit einer Kanüle, geringem Kraftaufwand und entsprechend geringen Nebenwirkungen gleichzeitig herausgelöst und abgesaugt“, erklärt Dr. Ibrahim. „Dadurch wird die OP-Zeit verkürzt und die restlichen Lymphgefäße werden nicht verletzt.“
Durch das parallele Spülen und Absaugen der Fettzellen hat der Operateur die Kontrolle über die eingebrachte und wieder entfernte Flüssigkeit. „So wird auch, im Gegensatz zu dem konventionellen Verfahren, der Verbleib von Spülflüssigkeit im Organismus deutlich reduziert“, so Dr. Ibrahim. Nach der Operation kommt es daher auch zu deutlich weniger Schmerzen und Schwellungen. Dennoch sollten Patienten sechs Wochen lang auf Sport verzichten. Dann braucht es etwa sechs Monate, bis 80 Prozent der Schwellung verschwunden ist. „Es dauert bis zu einem Jahr, bis man das Endergebnis sieht, bis also der Körper damit abgeschlossen hat“, so Dr. Ibrahim.
Dr. Ibrahim und sein Team haben langjährige Erfahrung mit dem Verfahren, war das Klinikum Magdeburg doch viele Jahre eines von nur wenigen Krankenhäusern in ganz Deutschland, das diese Art des Eingriffs vornehmen durfte. „Es gibt viele Häuser, die jetzt, da sie Kassenleistung wird, die OP in ihr Angebot aufnehmen wollen. Patienten sollten unbedingt darauf achten, dass die Klinik, die sie auswählen, zertifiziert ist und über ausreichend Erfahrung besitzt“, rät Dr. Ibrahim. „Nur so kann Qualität und Sicherheit gewährleistet werden.“
Während Lipödem Stufe 3 schon immer Kassenleistung war, werden auch Stufe 1 und 2 voraussichtlich ab Juli 2026 von der Krankenkasse übernommen – unter bestimmten Voraussetzungen: Dafür müssen Betroffene zuvor über mindestens sechs Monate konservative Behandlungen wie Kompressionstherapie oder Lymphdrainage in Anspruch genommen haben. „Wenn das nichts geholfen hat, dann kommt die Wasserstrahl-assistierte Liposuktion infrage“, so Dr. Ibrahim. „Die Indikation muss dann von einem zertifizierten Facharzt gestellt werden, damit die Kasse grünes Licht gibt.“
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