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Nach Lockdowns: Medizinerin warnt vor schlechterer Ausgangslage für Schmerz-Patient*innen

19.01.2023

Die Pandemie hat viele Schmerz-Patient*innen in ihrem Therapie-Erfolg zurückgeworfen. Aufgrund geschlossener Fitness-Studios fehlte das regelmäßige Training für die Muskulatur an Rücken & Co.. Zudem scheute manch Betroffener den Weg zu Ergo-, Psycho- und Physiotherapeuten oder die Termine wurden kurzfristig abgesagt. „Wir appellieren daher an alle Schmerz-Patient*innen, es nicht noch schlimmer werden zu lassen. Hilfe ist möglich, etwa bei uns in unserer multimodalen Schmerztherapie, sie muss nur rechtzeitig erfolgen“, erklärt Dr. Christiana Hesse, Chefärztin der Klinik für Anästhesiologie und Schmerztherapie im Klinikum Magdeburg.

Bezeichnend für viele Schmerz-Erkrankungen sei es dabei, dass sie nicht unbedingt vordergründig körperliche Ursache hätten. Vielfach spiele die psychische Belastung eine große Rolle, was den Schmerz dann oftmals sehr diffus erscheinen lässt. „Das ist das Komplexe in der Schmerztherapie: Wir haben nicht immer gleich sofort Ursache und Wirkung, sondern müssen quasi erst einmal auf Spurensuche gehen“, erklärt die Expertin.

Neben Existenzängste können auch Sorgen um Familienmitglieder oder der Leistungsdruck im Job das Schmerz-Empfinden beeinflussen.

„All das kam in der Pandemie geballt auf die Menschen zu, und das zum Großteil sehr unvorbereitet“, so Dr. Hesse. Die Folge können Schlafstörungen, Erschöpfung oder Konzentrationsstörungen sein – alles denkbare Begleiterscheinungen von Schmerzsyndromen.

Die Patient*innen sind ungefähr zwei Wochen stationär in der Schmerzmedizin des Klinikums aufgenommen. So lange dauert es, bis nach Feststellung der Ursachen eine Therapie nachhaltig eingeübt werden kann. „Schmerztherapie bedeutet nämlich nicht, einfach nur noch mehr Schmerztabletten zu nehmen. Im Gegenteil, davon wollen und müssen Betroffene ja in der Regel weg gebracht werden“, sagt Dr. Hesse. So schauen dann Expert*innen aus den verschiedensten Fachrichtungen auf die Betroffenen. Neben Schmerzmediziner*innen und Orthopäd*innen sind das u.a. Ergo-, Physio- und Psycho-Therapeut*innen.

„Meist bedeutet Schmerztherapie nämlich, dass wir die Verhaltensmuster der Betroffenen ändern müssen. Man kann vielleicht sagen: Wir müssen die „Festplatte“ des Menschen neu programmieren“, sagt Dr. Hesse.

„Der Mensch kann sogar lernen, mit dem Schmerz zu leben und ihn damit fast zu vergessen. Man muss nur wissen, wie. Dafür sind wir da.“

Weitere Informationen zum Zentrum für Anästhesiologie und Intensivmedizin erhalten Sie hier.

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