Tuberkulose: Infektionskrankheit befällt bei 25-Jährigem Organe außerhalb der Lunge
Seltener Fall im Klinikum Magdeburg
19.02.2026
Enormer Gewichtsverlust und wiederkehrende Bauchfellentzündungen: Bei einem 25-jährigen Studenten wurde im Klinikum Magdeburg jetzt Tuberkulose diagnostiziert. Das Besondere an dem Fall: Organe außerhalb der Lunge wurden von dem Erreger befallen. „Solche Fälle sind besonders schwer zu erkennen“, sagt Dr. Thomas Reichel, Infektiologe sowie Oberarzt der Klinik für Kardiologie und Diabetologie. „Die Behandlung ist zudem langwierig. Deshalb wird der Patient in unserer infektiologischen Ambulanz engmaschig betreut.“
Ursprünglich war der aus Indien stammende Student wegen einer Bauchfellentzündung in einem anderen Krankenhaus behandelt worden. Die Ursache war damals noch unklar. Als der Patient zwei Monate später in die Notaufnahme des Klinikums kam, waren die typischen Tuberkulose-Symptome nicht vorhanden: kein Fieber, keine Atemnot, dafür ein großer Gewichtverlust, erneut Schmerzen im Oberbauch und hohe Entzündungswerte.
Eine Sonografie zeigte dann Flüssigkeit im rechten Ober- und Unterbauch. „Mittels Punktion wurde das Bauchwasser untersucht“, so Dr. Reichel. „Tumorzellen konnten dann zum Glück nicht nachgewiesen werden. Ein CT bestätigte aber eine erneute Bauchfellentzündung.“ Um den Grund dafür zu finden, führten die Viszeralchirurgen eine Magenspiegelung durch. Auf dem dabei entnommenen Gewebe waren weiße Knötchen sichtbar – ähnlich denen, die sonst eine Lunge bei Tuberkulose aufweist. Die Mikrobiologie untersuchte das Gewebe und wies den Tuberkulose-Erreger mittels PCR-Test nach.
Die Behandlung der Krankheit dauert lange: Etwa ein halbes Jahr lang muss der Student nun Antibiotika einnehmen und dabei engmaschig im Klinikum Magdeburg betreut werden. Immerhin: Da der Erreger bei ihm nicht in der Lunge vorkommt, ist er nicht infektiös und muss sich daher nicht isolieren. Daran, dass er mit einem infizierten Menschen in Kontakt gekommen ist, kann der junge Mann sich nicht erinnern. „Unsere Welt ist stark zusammengerückt. Die erhöhte Reise- und Urlaubstätigkeit trägt dazu bei, dass auch hierzulande wieder mehr Tuberkulose-Fälle aufkommen“, erklärt Dr. Reichel. „Wenn sie rechtzeitig erkannt und schnell reagiert wird, lässt sich die Infektion aber gut behandeln.“
Die Krankheit gehört zu den tödlichsten aller Infektionskrankheiten und wird durch Tröpfchen-Infektion verbreitet. Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit beträgt Wochen bis Monate. Etwa ein Drittel aller Menschen trägt den Erreger in sich, zu einem Ausbruch der Krankheit kommt es aber selten.
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