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Prävalenz von Mangelernährung

Eine Vielzahl von Studien konnte bereits zeigen, dass Patienten in Kliniken häufig unter Mangelernährung leiden. Mangelernährung kann ein Risiko für postoperative Komplikationen darstellen und folglich die Verweildauer im Krankenhaus erhöhen.  Dem zu Folge ist ein von Fachpersonal begleitetes Ernährungsmanagement unentbehrlich und nimmt bedeutenden Einfluss auf die Genesung.

Dieser Zusammenhang ist den Fachleuten am Klinikum Magdeburg nicht neu – das Thema wird unter anderem in der klinikeigenen Ernährungsfachambulanz besprochen. Inzwischen haben Oberarzt Dr. med. Carl Meißner und Prof. Dr. med. Karsten Ridwelski, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Klinikum Magdeburg, eine wissenschaftliche Studie ins Leben gerufen, die genau dieses Thema untersucht. Unter der Überschrift „Prävalenz der Mangelernährung in der zentralisierten Versorgung von Darmkrebspatienten“ wird präoperativ der Ernährungsstatus von Patienten mit kolorektalem Karzinom erfasst.

Hintergrund ist, dass nach den Anforderungen für Darmkrebszentren der Deutschen Krebsgesellschaft – ein solches Darmkrebszentrum besteht am Klinikum Magdeburg - bei möglichst allen Patienten die Zeichen der Mangelernährung, spätestens bei der stationären Aufnahme, mittels standardisierter Instrumente erfasst werden sollen. Die Fragestellung lehnt an einer früheren Studie an: „The German hospital malnutrition study”. Dort wurde etwa bei einem Viertel der Patienten eine Mangelernährung festgestellt.
In der aktuellen Studie vom Klinikum Magdeburg, die im Frühjahr 2019 akkreditiert wurde und die auf zwei Jahre angelegt ist, sollen etwa 2000 Patienten befragt werden. Bislang beteiligen sich bereits mehr als 90 Kliniken deutschlandweit.

Im Verlauf der Studie werden die Probanden an einer Befragung zu ihrem individuellen Ernährungszustand teilnehmen. Diese dauert zirka 15 Minuten. Im Nachgang werden die daraus resultierenden Ergebnisse mit den möglichen ernährungstherapeutischen Maßnahmen verglichen und mit weiteren Daten aus der Patientendokumentation (Alter, Geschlecht, Größe, Gewicht, Wohnort, Diagnosen, Gewohnheiten, Therapiemaßnahmen und Komplikationen) wissenschaftlich analysiert.
Mit dem Studiendesign werden außerdem Darmkrebszentren unterstützt, die Kriterien des Anforderungskataloges für Darmzentren zu erfüllen. Inzwischen wird diese Studie von dem unabhängigen Institut „OnkoZert“ unter den Top-3-Studien geführt. 

Die Studie wird vom An-Institut für Qualitätssicherung in der operativen Medizin gGmbH an der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg geleitet und in Zusammenarbeit mit der PubliCare GmbH (WissWerk) durchgeführt.


Aktuelles in der Fachpresse

Unter der Überschrift "Prävalenz der Mangelernährung in der zentralisierten Versorgung von Darmkrebspatienten" ist die Ernährungsstudie im Ärzteblatt Sachsen-Anhalt (Ausgabe 06/2020) beschrieben worden. 

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